Nürburgring/Riedstadt (red). Nach der vorzeitigen Sommerpause stand für den Riedstädter Rennfahrer Niklas Koch am dritten Juni-Wochenende mit NLS 6 der nächste Lauf der ADAC
Nürburgring-LangstreckenSerie auf dem Programm. Koch und das Team von Smyrlis Racing reisten bereits am Donnerstag an den Nürburgring, um die Vorbereitungen für die Test- und
Einstellfahrten am Freitag in Ruhe abzuschließen. Das Koch-Team berichtet:
Als erster Fahrer des Koch-Trios mit Alex, Klaus und Niklas Koch nahm der 25-Jährige am Freitag im Porsche 911 GT3 Cup Platz. Doch bereits nach einer Runde kehrte er mit ungewöhnlichen Geräuschen aus dem Bereich des rechten Hinterrads an die Box zurück. Zunächst vermutete das Team die Ursache bei den Antriebswellen und tauschte diese aus. Nachdem sich die Geräusche auf der nächsten Runde jedoch unverändert zeigten, entschied sich die Mannschaft zum Wechsel des Getriebes. Damit sollte einerseits ein möglicher größerer Schaden verhindert und andererseits die Fehlerquelle eindeutig eingegrenzt werden. Durch den aufwendigen Umbau war der Testtag allerdings vorzeitig beendet.
Die Umstände sorgten so für keine idealen Voraussetzungen, um die Tabellenführung sowohl in der AM- als auch in der Pro/Am-Wertung zu verteidigen. Ohne eine einzige Testrunde mit dem neuen Getriebe absolvierte Niklas Koch am Samstagmorgen das Qualifying. Mit einer Rundenzeit von 8:28 Minuten lag er lediglich eine Sekunde über der vorgeschriebenen Minimalzeit und sicherte sich damit die Bestzeit in der AM-Wertung, Rang drei in der Pro/Am-Klasse sowie Startplatz 27 im 110 Fahrzeuge starken Starterfeld.
Den Rennstart übernahm Alex Koch bei Temperaturen von deutlich über 30 Grad. Nach seinem ersten Stint stieg Klaus Koch ins Fahrzeug. Kurz darauf bemerkte das Team eine Rauchentwicklung im Heckbereich. Die Mechaniker reagierten sofort, identifizierten die Ursache und konnten das Problem beheben. Dennoch kostete der ungeplante Boxenstopp rund 13 Minuten und damit wertvolle Zeit sowie mehrere Runden. Nach sechs Runden übernahm Niklas Koch das Steuer und sollte eigentlich einen Doppelstint bis ins Ziel absolvieren. Kurz nach dem Fahrerwechsel meldete das Fahrzeug jedoch eine Kühlwassertemperatur von über 110 Grad Celsius. Das Team wies ihn an, die Klimaanlage auszuschalten, um die Temperaturen im Motorraum zu senken. Das gelang zwar, allerdings fiel anschließend sowohl die Klimaanlage als auch die Lüftung weitgehend aus. Statt kühlender Luft strömte nur noch wenig heiße Luft ins Cockpit, wodurch die Temperaturen auf
deutlich über 60 Grad Celsius anstiegen.
Unter diesen Bedingungen war ein Doppelstint nicht mehr vertretbar. Nach lediglich fünf Runden übergab Niklas Koch den Porsche wieder an Alex Koch. Doch auch dieser musste nach weiteren fünf Runden erschöpft an die Box zurückkehren, sodass Niklas Koch den Schlussstint bis ins Ziel übernahm.
Am Ende sprang trotz aller Rückschläge noch der dritte Platz in der AM-Wertung heraus. Davon profitierte das Koch-Trio zwar auch durch Ausfälle anderer Konkurrenten, dennoch musste der angeschlagene Porsche zunächst einmal ins Ziel gebracht werden. Genau das gelang dem Team trotz aller technischen Schwierigkeiten. Damit verteidigten Alex, Klaus und Niklas Koch die
Tabellenführung in der AM-Wertung. In der Pro/Am-Klasse rangiert das Trio nun auf Platz zwei.
„Jetzt gilt es, die technischen Probleme bis zum SechsStunden-Rennen Anfang August vollständig zu analysieren und abzustellen. Dort werden 1,5-fache Punkte vergeben.
Wir wissen, welches Potenzial in unserem Paket steckt, und genau daran wollen wir wieder anknüpfen“, gab sich Niklas Koch nach dem Rennen, mit Blick auf den nächsten Saisonhöhepunkt, optimistisch.