RIEDSTADT (udo). Die Aufgabe war vergleichsweise einfach für Niklas Koch. Er brauchte lediglich eine Zielankunft, um seinen Titel in der GTR2-Klasse der BMW-Challenge zu verteidigen. Dafür hatte der 22 Jahre alte Autorennfahrer aus Riedstadt auf der Formel 1-Strecke im niederländischen Zandvoort sogar zwei Gelegenheiten. Zudem hatte er in seinem grünen Mini des Griesheimer Schirra-Teams die bisherige Saison auch dominiert. Es wurden schließlich zwei dritte Plätze, damit war Koch einmal mehr Gesamtsieger seiner Klasse und fuhr zudem im Feld der technisch überlegenen GTR1-Boliden auf gesamtrang zwei.

Doch der Weg dorthin führte über ein recht abenteuerliches Wochenende. Denn erst einmal war sein Mini zu laut und wurde nach sechs Runden im Training von der Piste gewunken.  Seine Mechaniker fanden heraus, dass einige der schon speziellen schallisolierenden Rohre nur punktweise und nicht durchgehend geschweißt waren, womit entsprechend mehr Lautstärke entweichen konnte. Beim Team in der Nachbarbox fand sich ein ausgebildeter Schweißer, der aushalf. Dann nahmen aber auch noch die technischen Kommissare den Mini ganz genau unter die Lupe. „Offenbar zweifelten einige Konkurrenten an der richtigen Einstufung des Minis in der GTR2-Klasse, da Niklas doch allzu oft diese Klasse souverän gewann“, erklärte Vater Bernd Koch. Doch alles erwies sich als regelkonform -schließlich auch die Lautstärke.

In den beiden Rennen auf erst nasser und dann abtrocknender Piste war er zwar jeweils unzufrieden mit der Reifenwahl und hatte zudem mit Zündaussetzern zu kämpfen. Er reichte dadurch auch nicht zu den gewohnten Klassensiegen, aber eben zum Gesamtsieg.

Wie es in der Saison 2024 weitergeht, steht für Koch noch in den Sternen. „ich fühle mich in der BMW-Challenge und deren Umfeld sehr wohl, doch langsam wird es ein wenig eintönig“, erklärt der Riedstädter, der nach eigenen Angaben Anfragen von anderen Teams hat. Mit der erfolgreich abgelegten Prüfung zum Motorsport-Instruktor hat Koch aber auch sein motorsportliches Spektrum erweitert.


Quelle: Darmstädter ECHO + Gross-Gerauer ECHO vom 28. Oktober 2023