Am zweiten September Wochenende fand im Rahmen der ADAC Nürburgring Langstreckenserie NLS der sogenannte Double Header statt, d.h. zwei 4-Stunden-Rennen innerhalb von zwei Tagen.
Niklas Koch, der zusammen mit seinen beiden Teamkollegen Alex und Klaus Koch beim 6-Stunden-Rennen im August einen Ausfall hinnehmen musste, musste unbedingt die beiden Rennen am Samstag und Sonntag gewinnen, um noch eine Chance auf die Titelverteidigung in der AM-Wertung der Cup 2-Klasse zu wahren.
Den Trainingstag am Freitag vor dem Double-Header nutzte Niklas primär für Setup-Einstellungen aber auch für Taxifahrten für Team- und persönliche Sponsoren um die Nordschleife.
Am Samstagmorgen war es dann auch wiedereinmal Niklas, der mit einer Zeit von 8 Minuten und 28 Sekunden die schnellste Runde der drei Kochs im Qualifying fuhr. Somit war der Porsche mit der Startnummer 910 der Schnellster der AM-Fahrzeugen in der Cup2-Klasse. Insgesamt war es somit der 34. Startplatz im 132 Fahrzeuge umfassenden Starterfeld.
Es folgte ein Rennen, das von zahlreichen Unfällen geprägt sein sollte, wobei die 3 Kochs allen Rangeleien aus dem Weg gehen konnten. Während Alex Koch wie immer den Start fuhr und den Porsche nach acht Runden auf Position 25 liegend an Niklas übergeben konnte, fuhr der 25-jährige ebenfalls acht Runden, die aber allesamt unfallbedingt von Code 60-Phasen begleitet waren. Nach ebenfalls acht Runden stieg dann Klaus Koch in den Boliden, der allerdings nach bereits vier Runden wieder an die Box kam, sodass Niklas den letzten Stint über sechs Runden fuhr und den Cup2-Porsche auf dem ersten Platz der AM-Wertung als auch dem ersten Platz der Pro/AM-Wertung über die Ziellinie fuhr. Mit Platz 5 der gesamten Cup2-Klasse war dies das Optimum, was das Trio an diesem Renntag herausholen konnte. So sollte es am darauffolgenden Tag auch weitergehen.
Während das Samstagrennen bei trockenen und teils sonnigen Bedingungen über die Bühne ging, war für den Rennsonntag wechselhaftes Wetter mit teilweisen starken Regenschauern vorher gesagt. Dennoch fuhr Niklas gleich zu Beginn des Qualifyings bei leicht einsetzendem Nieselregen eine Zeit von 8 Minuten und 43 Sekunden. Dann begann es richtig zu regnen und man war sich im Team sicher, dass dies zu einer vergleichbaren Startposition wie am Vortag reichen sollte. Doch gegen Ende des 90-minütigen Qualifyings trocknete die Strecke wieder ab. Dennoch entschloss man sich, Niklas nicht noch einmal auf die Strecke zu schicken, um sich einen neuen Satz Slicks für das Rennen zu sparen. Es war dann auch nur Platz 43 im nur noch 107 Fahrzeuge umfassenden Starterfeld.
Dies sollte dem Optimismus im Team nicht schaden. Auch diesmal übernahm Alex Koch den Start, der sich kontinuierlich durch die vor ihm platzierten Konkurrenten vorarbeitete und nach acht Runden das Fahrzeug auf Gesamtposition 29 an Klaus Koch übergab. Da es gerade zu regnen begann, zogen die Mechaniker Regenreifen auf den Porsche auf. Doch dann folgte der Schreck. Als Klaus Koch den Wagen starten wollte, gab dieser keinen Mucks mehr von sich. Alle Bemühungen der Mechaniker liefen ins Leere. Der Porsche sprang nicht mehr an. Letztendlich half nur noch den Tausch der Batterie, die offensichtlich ihren Geist plötzlich restlos aufgegeben hatte. Nach einer Standzeit von mehr als 20 Minuten ging Klaus dann mit Regenreifen auf eine zwischenzeitlich wieder abtrocknenten Strecke. Mittlerweile war das Koch-Trio auf die 89. Gesamtposition zurückgefallen. Nach lediglich vier Runden bei erneut einsetzendem Regen kam Klaus Koch bereits wieder an die Box zurück und Niklas übernahm mit neuen Regenreifen das Steuer. Niklas, der zuvor noch nie mit dem Cup2-Porsche im Regen unterwegs war, machte einen hervorragenden Job. Er fuhr bis zum Ende des Rennens durch und überquerte auf Position 55 die Ziellinie. Somit konnte der vom ADAC Hessen-Thüringen geförderte Youngster noch den zweiten Platz der AM- sowie den dritten Platz der Pro/AM-Wertung mit nach Hause fahren.
„Leider haben wir mit dem heutigen Ergebnis die Chance auf die Titelverteidigung der AM-Wertung vertan. Allerdings ist uns die Vizemeisterschaft wohl nicht mehr zu nehmen. Ich bin schon etwas enttäuscht, zumal nach dem Samstagerfolg die Chance auf die Titelverteidigung noch gegeben war. Der dritte Platz in der Pro/AM-Fahrerwertung ist da nur ein schwacher Trost“, fasst der Riedstädter Nachwuchsrennfahrer das Wochenende zusammen. „Wir wollen dann zum Saisonfinale am 10. Oktober dennoch noch einmal angreifen,um in diesem Rennen wieder in der AM- und Pro/AM-Wertung ganz oben auf dem Treppchen zu stehen.“